Spinrollz und die GGL-Whitelist: So prüfen Sie Anbieter

Von Holger Albrecht, Spielerschutz-Beauftragter · 10. September 2026

Deutschland hat sich mit dem GlüStV 2021 für einen der strenger ausgestalteten Regulierungsansätze in Europa entschieden, und Anbieter wie Spinrollz setzen diesen in der Praxis technisch um. Vom Einzahlungslimit bis zur Selbstsperre entsteht so ein System mit klaren, überprüfbaren Grenzen.

Die schwarze Liste der GGL

Die GGL veröffentlicht eine öffentlich einsehbare Liste von Anbietern, gegen die sie wegen nicht erlaubten Glücksspiels vorgeht. Diese sogenannte schwarze Liste enthält Domains und Unternehmensnamen, bei denen die Behörde festgestellt hat, dass ein Angebot ohne die erforderliche deutsche Lizenz an Spieler in Deutschland gerichtet wird.

Die Aufnahme in die Liste ist in der Regel mit weiteren Schritten verbunden, etwa der Aufforderung an Zahlungsdienstleister, Transaktionen zu unterbinden, oder an Internetanbieter, den Zugriff zu erschweren.

Für Verbraucher dient die Liste als zusätzliche Orientierung, ergänzend zur positiven Whitelist der lizenzierten Anbieter: Wer einen Namen dort wiederfindet, hat eine klare Bestätigung, dass die Behörde diesen Anbieter als nicht erlaubt einstuft. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert, da ständig neue Angebote auf den deutschen Markt drängen und andere ihren Betrieb einstellen oder eine Lizenz beantragen.

Autoplay-Verbot: Jede Runde ein Klick

Die automatische Wiederholung von Spielrunden ohne manuelles Bestätigen jedes einzelnen Spins, bekannt als Autoplay, ist bei virtuellen Automatenspielen unter deutscher Lizenz untersagt. Jede Runde muss von der spielenden Person aktiv ausgelöst werden, etwa durch einen Klick oder Tastendruck, bevor die Walzen starten.

Damit unterscheidet sich das lizenzierte deutsche Angebot spürbar von vielen internationalen Plattformen, bei denen Nutzer eine Anzahl an Runden voreinstellen können, die dann automatisch nacheinander ablaufen, teils mit zusätzlichen Stopp-Bedingungen bei Gewinn oder Verlust.

Der Verzicht auf diese Funktion hängt eng mit dem Grundgedanken des Spielerschutzes zusammen: Ein manueller Klick pro Runde erzwingt eine bewusste Entscheidung und unterbricht den Automatismus, der bei durchlaufendem Spiel entstehen kann. In Kombination mit der Mindestrundendauer von fünf Sekunden ergibt sich ein spürbar aktiverer Spielablauf als bei unregulierten Angeboten ohne diese Einschränkung.

Warum progressive Jackpots fehlen

Progressive Jackpots, bei denen ein bei jedem Einsatz wachsender Gewinntopf am Ende an einen einzelnen Spieler ausgezahlt wird, sind bei virtuellen Automatenspielen unter deutscher Lizenz nicht zulässig. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt zwar Slot-Titel mit klassischer Gewinnstruktur, schließt aber Jackpot-Mechaniken aus, bei denen ein Teil jedes Einsatzes über viele Spieler und Plattformen hinweg in einen gemeinsamen, potenziell sehr hohen Topf fließt.

Als ein Grund gilt, dass solche Mechaniken besonders stark auf die Aussicht seltener, dafür überproportional hoher Gewinne setzen, was mit dem im Staatsvertrag verankerten Ziel der Suchtprävention in Konflikt steht.

Spieler, die von internationalen Plattformen Jackpot-Slots mit hohen Beträgen kennen, finden dieselben Titel bei lizenzierten deutschen Anbietern deshalb häufig nur in einer angepassten Version ohne Jackpot-Funktion oder gar nicht im Portfolio, selbst wenn der Spielhersteller identisch ist.

§ 285 StGB: Was die Praxis zeigt

§ 285 des Strafgesetzbuchs stellt die Teilnahme an einem öffentlichen Glücksspiel unter Strafe, sofern dieses ohne behördliche Erlaubnis veranstaltet wird. Die Vorschrift existiert im deutschen Recht bereits seit Langem und wurde ursprünglich vor allem mit Blick auf illegale Glücksspielrunden im stationären Bereich formuliert.

Wie diese Norm im Kontext von Online-Angeboten mit ausländischer Lizenz angewendet wird, ist ein Thema, das in der juristischen Fachliteratur unterschiedlich diskutiert wird, unter anderem mit Blick auf Fragen der Zuständigkeit, des Territorialprinzips und der praktischen Verfolgbarkeit einzelner Spieler.

Eine pauschale, für jeden Einzelfall gültige Einschätzung lässt sich an dieser Stelle nicht geben, da die Bewertung von den konkreten Umständen abhängt und sich die Rechtsprechung dazu weiterentwickelt. Wer Klarheit über die eigene Situation sucht, ist mit einer individuellen rechtlichen Beratung besser bedient als mit allgemeinen Aussagen zu diesem Thema.

Offshore spielen: Die rechtliche Grauzone für Spieler

Die rechtliche Einordnung der Teilnahme an Glücksspiel bei Anbietern ohne deutsche Lizenz ist komplex und wird in Fachkreisen unterschiedlich bewertet. Während sich Diskussionen und gerichtliche Auseinandersetzungen in der Vergangenheit vor allem auf die Anbieterseite konzentriert haben, ist die Position einzelner Spieler rechtlich weniger eindeutig geklärt und hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Klar ist, dass Offshore-Anbieter außerhalb der deutschen Aufsicht stehen: Weder LUGAS-Limits noch OASIS-Sperren noch die sonstigen Spielerschutzvorgaben des GlüStV 2021 gelten dort verbindlich. Das betrifft auch praktische Aspekte wie Streitfälle bei ausbleibenden Auszahlungen, für die keine deutsche Aufsichtsbehörde zuständig ist.

Wer sich über die eigene rechtliche Situation bei einem bestimmten Anbieter unsicher ist, sollte sich nicht auf Aussagen der Anbieterseite verlassen, sondern im Zweifel unabhängigen rechtlichen Rat einholen, da pauschale Bewertungen der individuellen Lage nicht gerecht werden.

Warum es bei Slot-Lizenzen kein Live-Casino gibt

Anbieter, die in Deutschland eine Lizenz für virtuelle Automatenspiele halten, dürfen unter derselben Erlaubnis kein Live-Casino betreiben. Live-Tische mit echten Croupiers für Roulette, Blackjack oder Baccarat fallen nicht unter die im GlüStV 2021 vorgesehenen erlaubten Online-Spielformen und sind für lizenzierte Betreiber schlicht nicht zugelassen.

Der Gesetzgeber hat sich bewusst für eine engere Definition entschieden: Erlaubt sind Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Lotterien, während klassische Tischspiele mit Live-Übertragung außen vor bleiben. Ein Grund, der in Fachdiskussionen häufig genannt wird, ist die schwierigere technische Kontrollierbarkeit von Live-Formaten im Vergleich zu vollständig serverseitig gesteuerten Automatenspielen, etwa bei der Durchsetzung von Limits in Echtzeit.

Wer auf einer deutschen Lizenz-Plattform nach Live-Roulette oder Live-Blackjack sucht, wird es dort grundsätzlich nicht finden, während dieselben Spiele bei Anbietern mit ausländischer Lizenz oft zentraler Bestandteil des Angebots sind.

Teilnahme an Glücksspielangeboten ist erst ab einem Alter von 18 Jahren möglich, und diese Altersgrenze dient dem Schutz besonders junger Menschen vor finanziellen und psychischen Risiken. Über die Seite check-dein-spiel.de lässt sich das eigene Spielverhalten anonym und kostenlos einschätzen. Ein reflektierter Umgang mit Einsätzen und Spielzeit bleibt jederzeit die eigene Verantwortung.